Die Lebenskrise meistern: besonnen und bewusst entscheiden

Gefühle betreffen den ganzen Körper
(Bildquelle: Elan Project)

Tränen fließen über Mines Gesicht. Mit Anfang vierzig sitzt sie starr und verängstigt wie ein kleines Mädchen im Coaching Sessel. Ihre Hände klemmen zwischen den zusammengepressten Knien, wie soll sie ihre Lebenskrise meistern.

Die international tätige Geschäftsfrau hatte sich immer gut gefühlt. Neuerdings bemerkt sie schroffe Mitarbeiter, die ihre Anweisungen nicht ausführen. Kunden schicken Reklamationen. Als Ehefrau ist sie verzweifelt. „Was soll ich machen? Soll ich meinen Mann verlassen? Ich habe Angst. Mir tut alles weh.“ Es fällt mir schwer, ihren Erzählungen zu folgen. Überwältigt von Gefühlen kann sie keinen klaren Gedanken fassen, hat wirklich keine Idee, wie sie ihre Lebenskrise meistern kann.

„Und was kann ich für Sie tun“, frage ich. „ Ich weiß es nicht. Da sein? Zuhören?“ Sicher. Nach einer halben Stunde haben wir einen Plan für den Rest der Sitzung. Erleichtert kann sie ihr Anliegen formulieren: “ Ich möchte in den nächsten 3 Wochen Klarheit erreichen über die Wirkung meiner Person. Im nächsten Schritt möchte ich meine Kommunikationsmuster überprüfen.“

 

 

Die Lebenskrise meistern durch Selbstführung

Drei Schlüsselkomponenten für Selbstführung
(Bildquelle: Elan Project)

Wenn wir konfus sind wie Mine, hilft es, wenn wir uns darauf besinnen, uns selbst zu führen. Die folgenden Schritte können zunächst Erleichterung schaffen

  1. Innehalten, Sortieren und mit Besonnenheit entscheiden. Was brennt emotional am meisten? Berufliches oder Privates? Was genau möchte ich erreichen?Mine weiß, dass sie sowohl mit ihrem Mann als auch mit den Mitarbeitern reden muss. Bisher traute sie sich nicht, weil sie nicht wusste, wie sie es angehen sollte.Merke: Gefühle wiegen in zwischenmenschlichen Konflikten immer mehr als der Verstand. Zunächst befragen wir unser Herz, dann den Kopf. Managerstrategien helfen nicht, wenn es um Emotionen geht.
  2. Warten und Konsequenzen abwägen. Häufig gehen wir auf unser Gegenüber zum falschen Zeitpunkt zu, weil wir sofortige Erleichterung. Unsere aufgestaute Wut entweicht unkontrolliert und richtet Schaden an. Besonnenheit heißt, zu warten bis unser Gegenüber bereit ist und „auf Empfang geschaltet“ hat.
  3. Miteinander reden. Respektvoll um Erlaubnis bitten. Privat: „Es geht mir nicht besonders gut. Ich möchte so gerne mit dir reden. Wann möchtest du dich mit mir zusammensetzen?“ Geschäftlich „ Ich habe etwas auf dem Herzen. Es ist mir sehr wichtig, mit Ihnen darüber zu reden. Wann hätten Sie ca. 15 Minuten Zeit?

 

Mine auf Erkenntnisspur

Zur zweiten Session erscheint Mine entspannter. Sie hat das Menetekel ihrer Lebenskrise erkannt. Weil sie zu stark auf geschäftliche Erfolge fixiert und zu wenig achtsam ist, war ihr Blick auf sich selbst versperrt. Zeitdruck macht sie missmutig. Ihr Mann nervt. Banalitäten bestimmen ihre Kommunikation.
Die Wünsche ihres Mannes versteht sie als Angriffe. Es verdrießt sie, ihre Gefühle zu verbergen. Verletzt wendet sie sich von ihm ab und er sich von ihr. Als Mine erkennt, dass ihr etwas fehlt, wird sie zur eifersüchtigen Ehefrau. Misstrauen nistet sich ein. Ob Mine ihre Lebenskrise meistern kann lesen Sie demnächst hier im Blog.