Schmerzhafte Abstriche beim Unternehmensverkauf: Wenn der Verkaufspreis weit unter den Erwartungen bleibt

Kleine und mittelständische Unternehmen sind mehr wert als die Summe ihrer Assets: In ihnen steckt Herzblut und Hingabe, Mitarbeiter und Kunden identifizieren sich mit dem Unternehmen. Eine objektive Bewertung des eigenen Unternehmenswerts fällt dabei aus nachvollziehbaren Gründen schwer. Auch entscheidet nicht der errechnete Wert, sondern am Ende der erzielbare Verkaufspreise darüber, welchen Wert ein Unternehmen wirklich hat – Stichwort: Marktlage. Das lässt sich an einem einfachen Beispiel verdeutlichen: Ein Auto mag aufgrund seines Listenwerts oder der aufwändigen Restaurierung auf dem Papier 100.000 Euro wert sein, wenn der Markt nur 30.000 Euro Verkaufspreis her gibt, bestimmt dieser seinen Wert. Wie setzt sich also der Verkaufswert eines Unternehmens zusammen – und wie kann er gezielt gesteigert werden?

Die Bewertung – viel mehr als ein simples Rechenspiel

Eine umfassende und marktorientierte Bewertung des Unternehmenswerts beruht auf zwei Säulen:

  • die finanzielle Unternehmensbewertung. Diese setzt sich aus den Kennzahlen des klassischen Bewertungssystems zusammen, das rein auf den Zahlen beruht. Berücksichtigt werden muss hierbei allerdings auch der Abschlag, der durch den Gewinn des ausscheidenden Inhabers entsteht. In diesem Zusammenhang erwartet viele Unternehmer die ernüchternde Erkenntnis, dass dieser Gewinn nicht zwangsläufig in einem positiven Verhältnis zu ihrem lebenslangen Engagement für das Unternehmen steht. Was das Unternehmen nach Kennzahlen wert ist, bestimmt am Ende der Markt – nicht der Unternehmer.
  • die strategische Unternehmensbewertung. Hier wird die Sache interessant: Der strategische Unternehmenswert lässt, wie erfolgreiche Exits im internationalen Vergleich zeigen, dynamisch steigern. Das sogenannte Branchenmultiple definiert den strategischen Wert, den ein Unternehmen für einen Verkäufer haben kann und der unabhängig von den Kennzahlen ist. Dieses Multiple kann so zum satten Plus für den ausscheidenden Unternehmer werden – der sein Unternehmen gleichzeitig mit der beruhigenden Sicherheit verlässt, es zukunftsfähig aufgestellt zu haben.

Wer sein Unternehmen erfolgreich übergeben will, ist also gut beraten, nicht nur eine finanzielle Unternehmensbewertung vorzunehmen, sondern vor allem das strategische Potenzial der eigenen Firma auszuloten und gezielt auszubauen. Das ist Drehbuch für einen »Maexit« – einen »Maximum Exit« mit maximalem Verkaufserlös bei der Unternehmensübergabe.