Branchenstandards erhöhen heißt miteinander sprechen

Branchenstandards erhöhen heißt miteinander sprechen. Kooperationen mit Mitbewerbern führt zur Erhöhung der ökologischen und sozialen Standards aber auch zu mehr Wertschöpfung. Hört sich gut an. Oder? Ja sicher, wenn da nicht das eigene Kopfkino wäre. Kann der, also eigentlich Mitbewerber, mir Wissen wegnehmen oder geht der meine Kunden sogar direkt an. Nun ja so ist das. Kann passieren.

Kooperationen lohnen sich auch im Sinne der Nachhaltigkeit.

Aber: Kooperationen lohnen sich auch im Sinne der Nachhaltigkeit. Ich hatte erst vor kurzer Zeit ein Gespräch mit einem größeren Textilunternehmer. Es ist dabei eine Einkaufsgemeinschaft mit Mitbewerbern und Start-up Unternehmern zu gründen denen es dann plötzlich möglich ist Biobaumwolle ökologisch und ökonomisch sinnvoll einzukaufen und erst dann nachhaltige Produkte zu produzieren.

Die Totengräber unserer Zukunft

Hinter dem Regelwerk der Compliance Richtlinien lässt es sich gut verstecken. Compliance heißt so viel: Wir haben alles getan und bestmöglich kommuniziert. Das wiederum heißt soviel: Wir Manager sind und unserer Verantwortung bewußt und ja wir Handeln entsprechend. Compliance Richtlinien gibt Managern die Sicherheit alles richtig zu machen.

Manager denken in Zahlen und nicht mit Empathie für die jeweilige Situation.

Manager fühlen sich damit wohl. Manager denken in Zahlen und nicht mit Empathie für die jeweilige Situation. Sie haben gelernt sich an Regeln zu halten und allen Anforderungen die an sie gestellt werden standzuhalten. In Wahrheit blockiert Compliance also die Handlungsfähigkeit oder anders gesagt sie fördert die Arbeitsweise des Managers. Manager sind im Grunde genommen einfache Beamte, die das Ausführen was ihnen vordefiniert wird. Compliance Richtlinien verhindern, dass Manager dazu lernen und dass sie persönlich Verantwortung im Sinne der Ethik und Nachhaltigkeit übernehmen. Compliance Richtlinien sind die Totengräber unserer Zukunft.

Gewinne ethisch und nachhaltig investieren

Ich meine Unternehmer sollten die Speerspitze sein, denn sie sind es, die in allererster Linie die Mittel und die Möglichkeiten haben, ethisch zu denken und zu handeln. Unternehmer sind Multiplikatoren die in unsere Zukunft investieren (können).

Unternehmer sind Multiplikatoren die in unsere Zukunft investieren

Zugleich besitzen sie die Reichweite und den Einfluss, Vorbild für andere zu sein. Nur wer auch Geld verdient und Gewinne erwirtschaftet, wer die notwendige unternehmerische Gestaltungsfreiheit besitzt, kann Dinge ethisch und nachhaltig in Gang setzen und zum Positiven verändern.

Nutzen plus Sinn

… oder anders gefragt: Sollten Produkte – zusätzlich zum propagierten Nutzen – auch Sinn stiften?
Bei dieser Sinnstiftung denke ich an die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: ökologisch, sozial und ökonomisch. Es geht also darum, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht einfach auf ihren unmittelbaren praktischen (und somit ökonomischen) Nutzen reduziert, sondern um einen ökologischen und sozialen Nutzen erweitert werden: Damit stiften sie Sinn.

Produkte und Dienstleistungen müssen in Zukunft gesellschaftliche Wirkung erzeugen.

Um als Unternehmen künftig erfolgreich zu sein, kommt es in Zukunft vor allem darauf an, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die eine gesellschaftliche Wirkung erzeugen. Dafür müssen eben auch soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt und eingebunden werden. Das heißt außerdem: Beim Blick auf die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens reicht es nicht mehr, ausschließlich die Nachfragebefriedigung des Einzelnen als Ziel zu definieren.

Elitär nicht im Sinne von Macht

Ist die Besinnung auf ethische Handlungsmaximen etwas Elitäres, etwas Besonders für die Gesellschaft und das eigene Handeln? Ich meine eindeutig ja.

Wer ethisch handelt gehört zur Elite unserer Gesellschaft.

Wer mit gutem Beispiel vorangeht, wer die Einsicht hat etwas verbessern zu wollen und dies mit der Verantwortung auch für andere kombiniert gehört meiner Meinung nach zu unserer gesellschaftlichen Elite. Elitär ist dabei nicht im Sinne von Macht oder Geld gedacht sondern ausschließlich im Sinne der maximalen Verantwortung für die Gesellschaft die jeder Einzelne übernimmt. Es ist dabei völlig unerheblich aus welcher gesellschaftlichen Schicht, die in diesem Sinne handelnde Person kommt.

Verantwortung für Mitarbeiter

Teil der Unternehmenskultur muss es auch sein, dass Mitarbeiter sich in das System einordnen. Dazu gehört der schonende Umgang mit den Ressourcen, die das Unternehmen den Mitarbeitern anvertraut, wie etwa der Umgang mit Energie und Material. Untethisch ist es übrigens auch, wenn sich Mitarbeiter grundlos krank melden. Zum Beispiel gemeinschaftlich, wie bei TUI im vergangenen Jahr 2016 passiert. Das schadet unserer Gesellschaft ebenso, wie wenn ein Unternehmer Steuersparmodelle anstrebt, um nur sein eigenes Konto zu füllen.
Auch Mitarbeiter haben eine gesellschaftliche Verantwortung
 Fazit: Nicht nur UnternehmerInnen haben die oft geforderte gesellschaftliche Verantwortung – Mitarbeiter haben sie in gleicher Qualität.